Allergien und Asthma
Es gibt praktisch keine Kontraindikationen für Personen mit Allergien oder Asthma. Auch wenn Ihr Zustand ernst ist, muss Sie das nicht am Reisen hindern. Sie brauchen sich nur an zwei Bedingungen zu halten: Sie müssen Ihren eigenen Körper und seine Reaktionen kennen und verstehen und sich an die Verordnungen Ihres Arztes halten. Ihr Asthma oder Ihre Allergie muss vor der Reise perfekt eingestellt sein. Machen Sie diesbezüglich eine Woche vor der Abreise einen Termin mit Ihrem Arzt aus. So haben Sie genügend Zeit, um sich auf eine mögliche Behandlungsänderung für Ihre Reise einzustellen.
Zusätzlich zur Reiseapotheke, die für jeden Reisenden ein Muss ist, nehmen Sie ausreichend Medikamente für Ihre Behandlung mit und planen zusätzlich noch weitere Rationen mit ein. Fragen Sie Ihren Arzt in Bezug auf Medikamente für eine mögliche Verschlechterung: Antiallergika, Kortikoide oder auch Adrenalin, damit Sie in schwierigen Situation schnell reagieren können. Er/sie kann Ihnen auch Antibiotika verschreiben, die Sie v. a. dann mitnehmen sollten, wenn Sie in Länder reisen, in welchen die Apotheken nur einen geringen Bestand haben. Vorsicht! Eine eigenverantwortliche Verabreichung von Medikamenten ist gefährlich und sollte nur im Notfall erfolgen, wenn nicht sofort ärztlicher Rat eingeholt werden kann.
Reisende mit Asthma müssen bei der Reise immer ihr normales Spray bei sich tragen. Wenn Sie wissen wie ein Durchflussmesser funktioniert und eingesetzt wird, können Sie in vielen Fällen möglichen Problemen entgegenwirken.
Bei einer chronischen Erkrankung oder bei einer komplizierten medizinischen Anamnese bitten Sie Ihren Arzt darum, dass er Ihnen einen medizinischen Bericht, vorzugsweise in englischer Sprache schreibt, in dem Ihre Situation (Hintergrund, Beschreibung der Erkrankung, letzte Fälle, Ergebnisse neuester Tests, usw.) zusammengefasst und Ihre normale Behandlung aufgeführt ist.
Weichen Sie niemals von Ihrer normalen Behandlung ab, auch nicht im Flugzeug. Tragen Sie immer eine Kopie der Verschreibung mit Angabe des internationalen Namens der einzelnen Medikamente bei sich: den DCI (allgemeiner internationaler Name). Der DCI für Aspirin ist zum Beispiel Acetylsalicylsäure. So können Sie ihn, egal wo Sie sind, ersetzen oder seine Entsprechung finden.
Personen mit Allergien haben oft Angst davor, dass Sie in fremden Ländern neue Allergien entwickeln. Es stimmt, dass dies in vielen Fällen und in verschiedenen Formen abhängig von der Region vorkommt. Es ist aber absolut nicht vorhersehbar, ob dies an einem Ort im Vergleich zu einem anderen der Fall ist. Die Allergiemechanismen und Symptome sind normalerweise aber immer ähnlich und auch die Behandlung variiert nicht oder variiert ggf. nur leicht, je nachdem, wo Ihr Reiseziel liegt.
Vermeiden Sie aber nach wie vor sehr trockene oder windige Gegenden (Wüstenwinde bei Asthmatikern) und Orte, wo die Allergien, welche die Ursache für Ihre Erkrankung sind, sehr präsent sind (grosse Ansammlungen von Katzen bei Personen mit einer Katzenhaarallergie...). Wenn möglich wählen Sie ein Ziel aus, das über qualitative Gesundheitseinrichtungen verfügt.
Im Flugzeug
Die Luft im Flugzeug ist sehr trocken und oft auch kühl, was insbesondere in Stresssituationen einen Asthmaanfall begünstigen kann. Halten Sie sich an Ihre gewohnte Therapie und an eine ausreichende Wasserzufuhr (ein Liter Wasser alle 4 Stunden während dem Flug ist ausreichend, um zu vermeiden, dass es zur Krise kommt). Die Luft im Flugzeug ist aber dank spezieller Filter sauber, wodurch in der Kabine keine Staubmilben usw. auftreten.
Am Zielort
Im Gegensatz zu dem, was die meisten Leute denken, gibt es keine wirkliche Sonnenallergie. Man spricht allerdings über eine Lichtempfindlichkeit. Bestimmte langfristige Behandlungen, insbesondere Antibiotika sind lichtempfindlich und können zu einer Manifestierung führen, wenn es während der Behandlung zur Sonnenaussetzung kommt. Ausserdem können UV- und thermische Sonnenstrahlen zu Hautschädigungen führen. Dazu zählt alles von leichten Irritationen bis hin zu schweren Verbrennungen und es können auch vorbestehende Anzeichen einer Hautallergie verstärkt werden.
Vermeiden Sie neben Medikamenten, die in der Vergangenheit Probleme verursacht haben, auch Behandlungen, die Sie nicht kennen. Diese Regel findet auch bei Nahrungsmittelallergien Anwendung: Denken Sie daran, dass bestimmte exotische Nahrungsmittel (insbesondere Schalentiere) und Nahrungszusatzstoffe (insbesondere Sulfit im Weisswein und in Trockenfrüchten) schwere allergische Reaktionen verursachen können. Lernen Sie, wie Sie Kennzeichnungen entziffern können und lesen Sie wenn möglich die Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel, die Sie zu sich nehmen, durch.
In grossen Städten ist die Luft verschmutzt. Vermeiden Sie lange Spaziergänge durch diese Städte vor allem dann, wenn es heiss ist und/oder wenn gerade ein grosses Verkehrsaufkommen herrscht. Tabakrauch irritiert wie überall auf der Welt Ihre Lungen.
Wenden Sie beim Sport im Urlaub dieselben Regeln wie zu Hause an. Wählen Sie Ihre Sportart sorgfältig aus. Sporttauchen ist für Asthmatiker untersagt. Da zu kalte oder zu heisse trockene Luft einen Anfall bewirken kann, wärmen Sie sich am besten schrittweise vor irgendwelchen körperlichen Aktivitäten auf und trinken Sie viel Wasser. Nehmen Sie bronchienerweiternde Mittel vor körperlichen Betätigungen ein, wenn Ihr Arzt Ihnen das empfohlen hat. Zwingen Sie sich nicht, wenn Sie erkältet sind oder wenn die Luft zu verschmutzt ist oder zu viele Pollen in der Luft sind. Beenden Sie sofort alle Aktivitäten, wenn Sie Vorläufer-Symptome verspüren und nehmen Sie die von Ihrem Arzt verschriebenen Medikamente ein.
Wenn während Ihrer Reise Probleme auftreten, warten Sie nicht, bis Sie wieder zu Hause sind und sich an Ihren Arzt wenden können. Der zuständige Arzt Ihrer Assistance-Versicherungsgesellschaft steht Ihnen für die Besprechung von Fragen oder Zweifeln zu Ihrem Gesundheitszustand zur Verfügung. Er/sie kann Sie sinnvoll beraten, Ihren Hausarzt kontaktieren und egal wo Sie sind, eine Beratung organisieren.

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