Malaria
Malaria ist eine Infektionskrankheit, die von einem Parasiten, den man Plasmodium nennt, übertragen wird. Sie wurde 1880 von M. Laveran entdeckt. Diese Erkrankung kommt häufig in tropischen Ländern vor und ist extrem gefährlich und manchmal auch tödlich.
Vier Parasitenarten übertragen die Malaria auf den Menschen. Diese Parasiten kommen nicht überall auf der Welt vor und deshalb hängt das Risiko, an Malaria zu erkranken, vom Reiseziel ab. Eine Erkrankung hängt auch von der Plasmodium-Art ab, die zu der Krise im Reiseland führt sowie von der im Laufe der Zeit aufgebauten Widerstandsfähigkeit des Parasiten gegen die Behandlung. Der für den Menschen gefährlichste und leider auch der am weitesten verbreitete Malariaparasit ist das Falziparum-Plasmodium.
Dieser Parasit wird über Mückenbisse infizierter Mücken auf den Menschen übertragen. Die weibliche Anophelesmücke ist abends und in der Nacht am aktivsten. Durch den Biss der Mücke kommt es zum Befall mit dem Parasiten. Er entwickelt sich dann in ungefähr einer Woche im Organismus. Die ersten klinischen Anzeichen treten nach etwa sieben Stunden bis mehrere Monate nach der Entwicklung auf. Bestimmte schädliche Formen dieses Parasiten können sich sehr schnell innerhalb von 24 bis 48 Stunden entwickeln und sogar zum Tod führen, wenn keine sofortige Behandlung erfolgt.
Malaria hat im Allgemeinen nur wenige, sich unterscheidende klinische Anzeichen. Aus diesem Grunde ist medizinischer Rat entweder von einem Arzt im Land des Malariawirts oder nach der Heimreise entscheidend. Die Erkrankung wird gefährlich, weil sie oft zu spät diagnostiziert und behandelt wird, da die anfänglichen Symptome sehr unauffällig sein können.
Wenn die folgenden Symptome auch nur in einer leichten Form auftreten, müssen Sie sich unmittelbar an einen Arzt wenden:
Lang andauernde Ermüdung,
Verdauungsprobleme,
Bauchschmerzen,
Fieber,
Grippesymptome (Frösteln, Schmerzen und Beschwerden, Schwitzen...).
Diese Symptome stehen auch mit vielen anderen Tropenerkrankungen im Zusammenhang. Aus diesem Grunde darf keine Malariabehandlung erfolgen, wenn die Krankheit nicht zuvor bestätigt wurde. Neurologische Störungen, Koma oder Krämpfe treten meist sehr frühzeitig auf und sind ein Zeichen für den extrem schweren Verlauf der Erkrankung.
Ihr Arzt wird Sie untersuchen und Ihnen dann einen Notfall-Bluttest verordnen, um über eine mikroskopische Beobachtung den für diese Symptome verantwortlichen Parasiten zu bestätigen. Wenn die Ergebnisse nach dem ersten Termin nicht schlüssig sind, wird bei einem Fieberanstieg oder 24 Stunden später eine zweite Analyse durchgeführt. Wenn ein Parasit vorhanden ist, verschreibt Ihr Arzt Ihnen eine Behandlung in Form von Tabletten oder Perfusionen. Oftmals ist ein Krankenhausaufenthalt für einen oder auch mehrere Tage notwendig.
Eine Prävention ist viel besser als die Heilung der Malaria! Die Malaria-Prävention hängt von zwei sich gegenseitig ergänzenden, untrennbar miteinander verbundenen Strategien ab: Reduzierung des Risikos, von einer Mücke gebissen zu werden und eine Präventionsbehandlung. Dabei ist der Schutz vor der Anopheles-Mücke, die hauptsächlich abends und in der Nacht aktiv ist, entscheidend.
Im Folgenden sind ein paar leicht zu befolgende Hinweise aufgeführt, die das Risiko weitestgehende reduzieren:
Schützen Sie die Fenster mit einem feinmaschigen Mückenschutz. Der Mückenschutz sollte in einem guten Zustand und wenn möglich mit einem Insektizid behandelt sein,
Es sollte eine funktionierende Klimaanlage im Zimmer sein,
Schlafen Sie unter einem mit einem Insektizid behandelten Mückennetz (das in einem guten Zustand ist). Es sollte bis zum Boden gehen oder unter der Matratze befestigt sein,
Bleiben Sie nachts nicht zu lange draussen,
Tragen Sie Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen. Sie können sich auch mit Insektiziden einsprühen,
Tragen Sie regelmässig Insektenabwehrmittel auf Ihre Haut auf,
Vergessen Sie nicht, dass die Mücken da sind und auf Sie warten, sobald Sie aus dem Flugzeug aussteigen! Deshalb packen Sie am besten schon in Ihr Handgepäck die richtige Kleidung und entsprechende Sprays, vor allem, wenn Ihre Ankunftszeit in der Dämmerung oder am Abend geplant ist, ein.
Insektenabwehrmittel gibt es in allen Formen (Lotionen, Cremes, Sprays und Stifte) und Konzentrationen. Sie sollten auf alle ausgesetzten Körperteile aufgetragen werden. Augen und Mund sind aufgrund der toxischen Wirkung zu schützen. Denken Sie daran, die Anwendung regelmässig alle 2-5 Stunden abhängig von der körperlichen Betätigung und den Klimabedingungen aufzufrischen. Diese Produkte sind nicht wasserfest und Ihre Wirksamkeit auf Kleidung ist nur sehr relativ.
Die zweite Art des Schutzes als Ergänzung zu dem, was gerade beschrieben wurde, sind Medikamente: Man spricht hier von einer Antimalaria-Prophylaxe. Diese Behandlungsform bietet keinen vollständigen Schutz gegen Malaria, kann das Risiko der Krankheitsentwicklung und möglicher Komplikation aber weitestgehend reduzieren.
Seit der ersten Anwendung dieser präventiven Antimalaria-Behandlung wurden bestimmte Stämme des Falziparum-Plasmodiums resistent auf diese Medikamente. In einem solchen Fall spricht man von einer Chemikalienbeständigkeit. Bei Ihrem Gesundheitsamt oder beim Gesundheitsministerium gibt es Weltkarten, anhand welcher man herausfinden kann, wo diese resistenten Stämme der die Malaria übertragenden Parasiten vorhanden sind. Diese Länder wurden in vier Gruppen aufgeteilt: Ihr Arzt muss Ihnen vor Ihrer Abreise eine auf Ihr Reiseland angepasste Präventionstherapie in ausreichender Menge für Ihren gesamten Aufenthalt verschreiben. Diese Medikamente gibt es in der Apotheke nur auf Rezept.
Wenn während Ihrer Reise Probleme auftreten, warten Sie nicht, bis Sie wieder zu Hause sind und sich an Ihren Arzt wenden können. Der zuständige Arzt Ihrer Assistance-Versicherungsgesellschaft steht Ihnen für die Besprechung von Fragen oder Zweifeln zu Ihrem Gesundheitszustand zur Verfügung. Er/sie kann Sie sinnvoll beraten, Ihren Hausarzt kontaktieren und egal wo Sie sind, eine Beratung organisieren.
Kinder: Es ist sehr unklug, mit Kindern in Länder mit einer Malaria-Epidemie zu reisen und insbesondere dorthin, wo die Mücken resistent gegen Antimalaria-Medikamente geworden sind. Wenn Sie unbedingt zusammen mit Ihrem Kind verreisen müssen, ist es entscheidend, einen Mückenbiss zu verhindern. Eine Ungiftigkeit von wirksamen Insektenabwehrmitteln bei Babys unter 2 Jahren konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden. Fragen Sie Ihren Apotheker. Er wird Ihnen ein Produkt empfehlen, das die ganze Familie anwenden kann. Wenn Ihr Kind in einem Malariagebiet Fieber entwickelt, müssen Sie unverzüglich einen Arzt zu Rate ziehen.
Schwangere Frauen: Malaria ist eine schwere Erkrankung für Schwangere. Es wird dringend empfohlen, die Reisepläne um mehrere Monate zu verschieben oder ein anderes Reiseziel zu wählen. Wenn Sie unbedingt in ein Land mit einer Malaria-Epidemie reisen müssen, machen Sie einen Termin bei Ihrem Frauenarzt und bei einem Tropenarzt aus. Präventive Antimalaria-Behandlungen sind schwierig und nur begrenzt bei schwangeren Frauen einsetzbar.
Ältere Personen und Personen mit einer Immunschwäche: Obwohl es keine Kontraindikationen gegen eine Antimalaria-Behandlung gibt, ist es entscheidend, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt Ihre Reise planen und über mögliche Gesundheitsrisiken Bescheid wissen.

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