Reisedurchfall

Reisedurchfall

Diese Erkrankung (kennt man auch unter „Turista“) tritt häufig in den meisten Urlaubsländern auf. Die für den Reisedurchfall verantwortlichen Krankheitserreger gehören zu verschiedenen Familien und haben unterschiedliche Wirkungen: Bakterien (am bekanntesten sind hier E. coli, Shigella und Salmonellen), Viren (Rotavirus, Adenovirus, Enterovirus) und Parasiten (zum Beispiel Amöben).

Verschiedene Kombinationsfaktoren können zu einem Reisedurchfall führen:

  • Essen und Trinken: Alle Formen von Wasser (Wasserflaschen ohne Deckel, Eiscreme, Eis usw.), ungeschälte und ungekochte Früchte und Gemüse, Salate und rohes Gemüse, Milchprodukte, bei welchen die Kühlkette unterbrochen wurde oder die nicht pasteurisiert sind, rohes Fleisch, Feinkostfleisch, Eier usw.

  • Hygiene und Lebensweise: Wenn die Hände nicht sorgfältig und regelmässig gewaschen werden, Veränderungen bei den Essens- und Hygienegewohnheiten.

Die Risiken für eine Infektion sind auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, in Asien, in Mittelamerika und Lateinamerika und in Mittelmeerländern gegeben. Informieren Sie sich über die Risiken in den Ländern, die Sie bereisen möchten.

In den meisten Fällen tritt der Durchfall 3-7 Tage nach Reiseantritt auf und verschlechtert sich eher, als dass er gravierend verläuft. Er kann allerdings auch eine andere Erkrankung überdecken, die anders behandelt werden muss (Malaria, Virushepatitis, akutes Abdomen usw.).

Der Reisedurchfall wird definiert über mehr als 3 ungeformte Stühle pro Tag, die manchmal mit Schleim und Blut vermischt sind und mit Unwohlsein, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Der Reisedurchfall kann vor allem bei kleinen Kindern und älteren Personen zusammen mit Fieber, Frösteln oder Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, intensiver Müdigkeit und Appetitlosigkeit auftreten. Wenn diese Symptome anhalten oder sich nicht innerhalb von 48 Stunden verbessern, ziehen Sie insbesondere in Situationen, wenn der Patient unter bestehenden Herzbeschwerden, einer Niereninsuffizienz oder unter Diabetes leidet, einen Arzt zu Rate.

Die Behandlung erfolgt weitestgehend über die Rehydratation mit verschlossenen Flaschengetränken, die vorzugsweise gezuckert sind. Zum Beispiel eignet sich hier Limonade, die mit einem Löffel umgerührt wurde, um die Kohlensäurebildung zu stoppen. Ein Arzt kann die Behandlung auf Ihren spezifischen Bedarf und auf das Urlaubsziel abstimmen. In seltenen Fällen und bei einem grossen Wassermangel, bei Erbrechen (wenn eine normale Nahrungsaufnahme durch den Mund nicht möglich ist) oder wenn ein Ansteckungsrisiko durch einen potentiell gefährlichen Krankheitserreger im Reiseland besteht, muss die Person ggf. in ein Krankenhaus, so dass zusätzliche Tests zum Auffinden des verantwortlichen Krankheitserregers durchgeführt und eine angemessene Behandlung verschrieben werden können. 

Bei dieser Art von Erkrankung spielt die Prävention eine entscheidende Rolle. Im Folgenden finden Sie ein paar leicht einzuhaltende Empfehlungen, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren:

  • Waschen Sie vor und nach jeder Mahlzeit, nach dem Toilettengang und vor dem Zubettgehen am Abend die Hände,

  • Achten Sie auf das, was Sie zu sich nehmen: Trinken Sie nur aus verschlossenen Flaschen und nehmen Sie kein Eis. Schälen Sie Früchte und vermeiden Sie rohes Gemüse,

  • Essen Sie nur gare Lebensmittel,

  • Essen Sie Milchprodukte nur dann, wenn eindeutig angegeben ist, wo sie hergestellt wurden und wenn die Kühlkette nicht unterbrochen wurde.

Wenn während Ihrer Reise Probleme auftreten, warten Sie nicht, bis Sie wieder zu Hause sind und sich an Ihren Arzt wenden können. Der zuständige Arzt Ihrer Assistance-Versicherungsgesellschaft steht Ihnen für die Besprechung von Fragen oder Zweifeln zu Ihrem Gesundheitszustand zur Verfügung. Er/sie kann Sie sinnvoll beraten, Ihren Hausarzt kontaktieren und egal wo Sie sind, eine Beratung organisieren.

Wassermangel aufgrund von Durchfall stellt für Kinder, Schwangere und ältere Personen ein hohes Risiko dar. Deshalb ist es wichtig, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Oft ist auch ein kurzer Krankenhausaufenthalt vor Ort notwendig.