Reisen mit kleinen Kindern

Reisen mit kleinen Kindern

Wenden Sie sich bezüglich sämtlicher Informationen, die Sie über Ihr Kind und seine spezifische Situation wissen müssen, zwei Monate vor der Abreise an Ihren Arzt. Es versteht sich von selbst, dass einige Reiseziele für Kinder völlig ungeeignet sind.

Richten Sie zusätzlich zu Ihrer eigenen eine auf Ihr Kind abgestimmte Reiseapotheke, die Fiebermittel (als Saft oder in Pulverform), Mittel zur Rehydratation, Sterilisationstabletten (für Babyfläschchen), Mittel gegen Erbrechen, antiseptische Mittel in Einzeldosen, ein bruchsicheres Fieberthermometer und eine Kochsalzlösung enthält. Achten Sie aber bitte darauf, dass eine eigenständige Verabreichung von Medikamenten ohne den Rat Ihres Arztes sehr gefährlich sein kann. Deshalb überprüfen Sie unbedingt zusammen mit Ihrem Arzt die empfohlenen Mengen, die Anwendungsanleitung und die Verträglichkeit.

Packen Sie auch alles, was Ihr Kind ggf. braucht, mit in Ihr eigenes Gepäck und nehmen Sie für die Reise Wasser, Kindersonnencreme, einen Sonnenhut, zugelassene, aufblasbare Schwimmhilfen, Mückenabwehrmittel (fragen Sie Ihren Apotheker, da einige Abwehrmittel nicht für Kinder geeignet sind) und ein mit Abwehrmittel imprägniertes Mückennetz mit.

Es ist in jedem Fall ratsam, ein Reiseziel auszuwählen, dass über einen hohen Gesundheits- und Hygienestatus verfügt.

Reisen Sie mit kleinen Kindern nicht in die Tropen, ausser es ist unbedingt erforderlich.

Ziehen Sie vor der Abreise das Impfbuch Ihres Kindes zu Rate und lassen Sie Ihren Hausarzt den Impfstatus des Kindes überprüfen. Je nachdem, in welchem Land Sie leben, gibt es verschiedene Impfvorschriften. Bei vielen nationalen Gesundheitsbehörden sind Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Polio und Keuchhusten Pflicht. Impfungen gegen Masern, Tuberkulose und Meningitis sind oftmals nicht notwendig. Überprüfen Sie das aber trotzdem gemeinsam mit Ihrem Arzt. Es ist immer gut, wenn Sie vor der Abreise und vor allem dann, wenn Sie längere Zeit verreisen, Ihr Kind auf Tuberkulose testen lassen.

Besondere Impfungen:

  • In einigen Ländern ist eine Impfung gegen Gelbfieber Pflicht. Dieser Impfstoff wird in zugelassenen Zentren verabreicht und kann Kindern ab 6 Monaten gegeben werden. Diese Impfung ist allerdings nur für Kinder Pflicht, die 1 Jahr alt und älter sind. Vorsicht! Dieser Impfstoff ist nicht für Kinder mit einer Allergie gegen Eier geeignet.

  • Es wurden einige Fälle mit Typhus bei Kindern festgestellt, die nach einem nur kurzen Aufenthalt aus Nord- und Zentralafrika zurückkamen. Für Kinder im Alter von 5 Jahren und älter wird eine Impfung gegen Typhus dringend empfohlen, die nebenbei auch sehr wirkungsvoll ist.

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine Hepatitis B-Impfung. Diese ist von Ihrem Reiseziel abhängig.

  • Der Hepatitis A-Impfstoff kann ab 1 Jahr verabreicht werden. Diese Impfung wird vor allem für Kinder empfohlen, die nach Nordafrika reisen.

  • Eine Impfung gegen Cholera ist nicht erforderlich.

  • Eine Impfung gegen Meningitis kann für Kinder über 18 Monaten und älter empfohlen werden, die während der risikoreichen, trockenen Zeit in Länder mit einem sehr hohen Risiko reisen. Bei Epidemien kann dieser Impfstoff auch Säuglingen im Alter von 3 Monaten und älter verabreicht werden. Besprechen Sie diesen Gesichtspunkt mit Ihrem Hausarzt.


Bei einer früheren oder hastigen Abreise sind bestimmte Verbindungen oder Kombinationen des Impfstoffes möglich. Impfstoffe können am selben Tag an unterschiedlichen Orten injiziert werden.


Reisen in Malaria-Epidemiegebiete sind absolut nicht zu empfehlen. Wenn Sie Ihre Reise aber nicht stornieren können, ist es unbedingt notwendig, dass Sie sich selbst und Ihre Kinder vor Mückenstichen schützen und dabei insbesondere ein mit einem Abwehrmittel imprägniertes Mückennetz über dem Bett in der Nacht verwenden. Ihre Kinder sollten beim Schlafen lange Kleidung tragen und auf sämtlichen ausgesetzten Körperregionen Mückenabwehrmittel auftragen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Kinderarzt beraten, da einige Abwehrmittel nicht für Kinder geeignet sind. Ihr Arzt kann Ihnen auch eine auf Ihr Kind abgestimmte Präventionstherapie verschreiben, die nicht in der Reichweite des Kindes aufbewahrt werden sollte.

Wenn während Ihrer Reise Probleme auftreten, warten Sie nicht, bis Sie wieder zu Hause sind und sich an Ihren Arzt wenden können. Der zuständige Arzt Ihrer Assistance-Versicherungsgesellschaft steht Ihnen für die Besprechung von Fragen oder Zweifeln zu Ihrem Gesundheitszustand zur Verfügung. Er/sie kann Sie sinnvoll beraten, Ihren Hausarzt kontaktieren und egal wo Sie sind, eine Beratung organisieren.

Für Säuglinge bis zu 6 Monaten ist die Muttermilch die beste Nahrung. Wenn Sie Ihr Baby stillen, kann die Milchproduktion während einer Reise nachlassen, deshalb nehmen Sie als Ergänzung auch Fläschchen und Babynahrung sowie Wasserflaschen für unterwegs mit. Bei der Zubereitung von Babyfläschchen ist vor allem auf folgendes zu achten: Es sollte gereinigtes Wasser verwendet werden (ausser Sie finden natürlich verschlossene Mineralwasserflaschen an Ihrem Reiseziel) und die Fläschchen sollten sterilisiert werden. Informieren Sie sich vor der Abreise, ob Sie an Ihrem Zielort Babynahrung kaufen können (Babynahrung für Neugeborene und sehr junge Säuglinge, Babynahrung in Fläschchen usw.).

Zur Vermeidung von Durchfall achten Sie vor allen darauf, dass Sie vor und nach jeder Mahlzeit, nach dem Toilettengang und vor dem Zubettgehen abends  Ihre Hände mit Seife und Wasser waschen. Schneiden Sie Ihre Fingernägel kurz. Kinder sollten nur im Beisein ihrer Familie etwas essen und trinken. Achten Sie besonders auf das, was sie zu sich nehmen: Geben Sie Kindern nur Getränke in Flaschen, nie mit Eis und verabreichen Sie gekochte Mahlzeiten oder Milchprodukte, auf denen eindeutig angegeben ist, wann sie hergestellt wurden und bei welchen es keine Unterbrechung der Kühlkette gab. Schälen Sie Obst grundsätzlich und essen Sie kein rohes Gemüse.

Bei Durchfall sollte die Nahrungsaufnahme geändert werden, bis der Stuhl wieder normal ist. Ihr Kind muss viel und oft Wasser trinken, um eine Austrocknung zu vermeiden. Verabreichen Sie dem Kind die mitgebrachte Hydratationslösung oder bereiten Sie eine eigene Lösung aus 5 Teelöffeln Zucker und ½ Teelöffel Salz auf 1 Liter Wasser zu. In den ersten sechs Stunden wird das Getränk des Kindes in ausreichender Menge durch die orale Hydratationslösung ersetzt. Anschliessend werden 20% zusätzliche Flüssigkeit zu den gewöhnlichen Babyfläschchen hinzugefügt. Wenn Sie stillen, geben Sie Ihrem Kind zwischen den Stillzeiten ausreichend Flüssigkeit zur Rehydratation oder reines Wasser zu trinken. Wenn das Kind erbricht, verabreichen Sie ihm die Rehydratationslösung mit einem kleinen Löffel und steigern Sie die Häufigkeit. Ein älteres Kleinkind sollte mageres Fleisch oder gekochten, fettfreien Fisch, Reis, Nudeln, Kartoffeln, Karotten, Hartkäse, Bananen, Apfelmus, Apfel-Quittenkompott oder Apfel-Bananenkompott, trockene Kekse oder Toastbrot essen. Vermeiden Sie auf der anderen Seite Milchprodukte wie z. B. Joghurt und Desserts mit Sahne, Milch, andere Früchte und Gemüse, die oben nicht aufgeführt sind, Vollkorngetreide, Feinkostfleisch, Fleisch in Sosse und gebratene Produkte.

Im Folgenden sind ein paar Vorsichtsmassnahmen aufgeführt, an die man sich halten sollte:

  • Lassen Sie Ihr Kind im Flugzeug beim Abflug und bei der Landung aus seiner Flasche trinken. Vermeiden Sie vor allem in heissen Regionen lange Ausflüge in Autos oder in Bussen.

  • Sonnenschutz für Ihr Kind ist ein Muss: Das Kind sollte sich an einem schattigen, gut belüfteten Ort aufhalten. Es sollte ausreichend Wasser trinken, einen Sonnenhut und entsprechende Kleidung tragen und mit Sonnencreme eingecremt sein. Kinder unter sechs Monaten sollten nicht der Sonne ausgesetzt werden.

  • Ziehen Sie Ihrem Kind am besten leichte, leicht zu waschende, luftige Kleidung an (Baumwolle, Leinen...).

  • Ihr Kind sollte vor allem im Sand oder auf feuchtem Untergrund nicht barfuss laufen, da sich Tierexkremente, Larven, Insekten, Abfall und Müll auf dem Boden befinden können. Ihre Kinder sollten geeignete Badeschuhe tragen.

  • Seien Sie immer und insbesondere dann, wenn Ihr Kind schwimmt oder sich in der Nähe von Wasser aufhält, wachsam. Pools und Schwimmbereiche stellen immer ein Risiko für Kinder dar. Ein kleines Kind kann schon in flachem Wasser ertrinken.

  • Aufgrund der Parasitengefahr sollte Ihr Kind nicht in Teichen oder Flüssen schwimmen.

  • Lassen Sie Ihr Kind auch nicht mit Tieren spielen, die es unterwegs trifft. Sie könnten beissen oder mit Tollwut infiziert sein.