Reiseapotheke

Reiseapotheke

Zunächst trennen Sie Ihre täglichen Medikamente (gewöhnliche Behandlung, Empfängnisverhütung, Malariatabletten) von der medizinischen Notfallausrüstung (wird weniger häufig benutzt).

Die Reiseapotheke wird in Notfällen verwendet. Sie sollte klein und kompakt sein, so dass Sie sie auf alle Ausflüge problemlos mitnehmen können. Sie sollte eine auffällige Farbe haben, damit Sie sie leicht finden können und nicht in Ihrem Hotelzimmer oder beim Wandern vergessen. Entscheiden Sie sich am besten für eine Tasche mit Umhängegurt. So kommen Sie nicht nur leichter an die verschiedenen Fächer, sondern können sie auch aufhängen, wodurch eine einwandfreie Hygiene unabhängig von der Umgebung gewährleistet werden kann.

Im Folgenden finden Sie ein paar Tipps zur Zusammenstellung einer angemessenen Reiseapotheke:

  • Überprüfen Sie den Inhalt jedes Jahr und bringen Sie ihn bei Bedarf auf den neuesten Stand: Entsorgen Sie dabei Medikamente oder Produkte, für welche das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder die während einer früheren Reise hohen Temperaturen ausgesetzt waren (insbesondere in sehr schwülen Ländern).

  • Denken Sie daran, für jede Reise den Inhalt der Reiseapotheke auf Ihr Zielland abzustimmen. Wenn Sie zum Beispiel in die Vereinigten Staaten reisen, brauchen Sie Ihre Reiseapotheke nicht zu voll zu packen. Wenn Sie aber Zentralchina, den Jemen oder die Anden bereisen, benötigen Sie eine vollständige Reiseapotheke.

  • Berücksichtigen Sie dabei auch die Dauer Ihrer Reise und planen Sie entsprechend.

  • Vermeiden Sie das Mitführen von Flüssigkeiten, wenn sich kleine Kinder in der Nähe befinden! Nehmen Sie dichte Flaschen mit Schraubverschluss, die während einem langen Flug oder bei Luftdruckänderungen nicht auslaufen. Nehmen Sie kleine, feste Plastikflaschen, die in Ihrer Apotheke oder im Sportgeschäft erhältlich sind. Einzeldosis-Flaschen zur einmaligen Verwendung sind grundsätzlich die beste Wahl.

  • Schützen Sie Ihre zerbrechlichen Produkte und wichtigen Dokumente in Plastikbeuteln mit Reissverschluss vor Feuchtigkeit (Tabletten, Pillen, Kapseln aber auch Ihren Reisepass, medizinische Verschreibungen, das Impfbuch...).

Die folgende Liste fasst lediglich das zusammen, was dazugehören kann und ist in keiner Weise abschliessend:

  • Notieren Sie sich alle Telefonnummern für den Notfall.

  • Denken Sie an ein Fieberthermometer, insbesondere, wenn Sie mit Kindern reisen.

  • Packen Sie Folgendes ein: Allzweckscheren, Sicherheitsnadeln, Pinzette zum Entfernen von Spreisseln, spitze, vor Rost geschützte Nähnadeln, Wattebausche (Ohrenstäbchen), Einwegfeuerzeug, bruchsicherer Taschenspiegel, Binden oder Tampons, Kondome und ein oder zwei Plastikmüllbeutel.

  • Für Kratzer, Schnitte und Abschürfungen nehmen Sie Verbandwatte und ein Antiseptikum (alkoholisches Desinfektionsmittel mit 70% oder Alkoholjodlösung, ausser bei einer Allergie auf Jod) mit. Vorbereitete Wattebausche zur Desinfektion sind hygienischer und praktischer: Fragen Sie bei Ihrem Apotheker nach. Auch antiseptische Einweg-Ampullen sind immer zu empfehlen.

  • Denken Sie auch an Stoffbandagen oder ähnliches, selbstklebende Bandagen, die nicht auf der Haut kleben bleiben, Wundpflaster oder Pflaster bei Blasen, Klebestreifen und an eine Auswahl an Verbänden für Schnitte und andere kleine Wunden.

  • Cremes und Salben bei Verbrennungen und bei Sonnenbrand.

  • Schutz gegen Mückenbisse einschliesslich eines Abwehrmittels gegen Mücken und ggf. auch ein Mückennetz oder Mückenkerzen.

  • Bei Bedarf denken Sie auch an Wasserreiniger und an Vitamin C, um den Geschmack des desinfizierten Wassers zu überdecken und um die Zeitverschiebung und Müdigkeitsanfälle zu überstehen. Aber Vorsicht! Die Dosierung beschränkt sich auf 1000 mg Vitamin C pro Tag für Erwachsene und muss bei Kindern auf deren Gewicht abgestimmt werden.

  • Wenn Sie Kontaktlinsenträger sind, denken Sie daran, einen Behälter und Reinigungsprodukte (Desinfektionsmittel, Seife, Lösung zur Neutralisation, Kochsalzlösung) einzupacken.

  • Und vergessen Sie nicht die Empfängnisverhütung. Achten Sie bei Minidosis-Antibabypillen auf die Zeitverschiebung und auf unerwünschte Nebenwirkungen gleichzeitig angewendeter Medikamente wie z. B. entzündungshemmende Mittel. Bei Zweifeln wenden Sie sich an Ihren Arzt.

  • Nehmen Sie keine Spritzen oder Subkutanspritzen mit (ausser deren Notwendigkeit ist dokumentiert), denn in manchen Ländern sind Zollbeamte oder die Flughafenpolizei äusserst penibel, wenn sie Ihr Gepäck durchsuchen.

Sämtliche ohne ärztlichen Rat selbst verabreichten Medikamente können sehr gefährlich sein. Es ist wichtig, die Menge, die Anwendung sowie die Verträglichkeit mit anderen Medikamenten vor Reiseantritt mit Ihrem Arzt abzusprechen.

Zur Behandlung von Schmerzen, Beschwerden oder Krankheiten, die während Ihrer Reise auftreten können, haben Sie eine Notfallausrüstung dabei:

  • Tabletten gegen die Seekrankheit, Mittel gegen Übelkeit, Erbrechen oder gegen die Reisekrankheit.

  • Zur Vorbeugung gegen Durchfall haben Sie Durchfalltabletten parat, vor allem, wenn Sie in tropische Regionen oder in Regionen reisen, in welchen Sie Ihre Essgewohnheiten verändern müssen. Und denken Sie immer daran, dass eine ordentliche Hygiene die beste Prävention ist. Waschen Sie häufig Ihre Hände und schneiden Sie Ihre Fingernägel kurz. Wenn Sie Durchfall bekommen, achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

  • Bei Sodbrennen nehmen Sie säurebindende Tabletten ein. Ausserdem hilft Personen mit einem Reizmagen eine Bauchbinde.

  • Für Schmerzen und Fieber nehmen Sie ein geringer dosiertes, schmerzstillendes Mittel wie Paracetamol oder Aspirin sowie von Ihrem Arzt verschriebene entzündungshemmende Mittel mit. Nehmen Sie die entzündungshemmenden Mittel nicht auf leeren Magen ein und halten Sie sich vor allem bei kleinen Kindern an die richtige Dosierung. Diese Mittel können nämlich auch antikoagulierend wirken. Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt die jeweilige Wechselwirkung mit Ihren anderen Medikamenten. Wenn plötzlich Schmerzen oder Fieber auftreten, wenden Sie sich sofort an einen Arzt.

  • Zur Juckreizlinderung benötigen Sie eine lokale, juckreizlindernde Creme, Salbe oder entsprechende Tabletten. Bitten Sie Ihren Arzt um eine Verschreibung. Er/sie wird mit Ihnen auch über die Nebenwirkungen und insbesondere auch über eine mögliche, durch die Mittel gegen Histamin verursachte Schläfrigkeit sprechen.

  • Bei Herpes und Bläschenausschlag: Verschreibung einer Hautcreme. UV-Strahlen können das Virus innerhalb von 24-48 Stunden reaktivieren und die durch die Reise verursachte Müdigkeit kann einen schweren Ausbruch unterstützen.

  • Was ebenfalls ärztlich verschrieben werden muss: Antiseptische Augentropfen, Antimalariatabletten, Antibiotika, gering dosierte Schlaftabletten für den Bedarfsfall und Medikamente für mitreisende Säuglinge und Kinder.