Reiseimpfungen
Warum impfen?
Jeder Impfstoff schützt Ihren Körper vor einer bestimmten Erkrankung, die aufgrund einer Ansteckung mit einem Krankheitserreger (Bakterium oder Virus) ausbricht. Mit der Impfung schützen Sie sich und andere vor einer möglichen Ansteckung.
Die Impfung hat einen dreifachen Zweck:
Sie schützt Einzelpersonen gegen schwere, ausser Gefecht setzende und manchmal auch tödliche Erkrankungen.
Sie schützt die Gesundheit der Gemeinschaft (durch Vermeidung einer Ansteckung zu Beginn sämtlicher Epidemien).
Durch eine Impfung werden Krankheiten ausgerottet (z. B. Pocken).
Es gibt zwei Impfstoffarten: Inaktivierte Impfstoffe enthalten tote Krankheitserreger oder Partikel von inaktiven Krankheitserregern, die kein Risiko darstellen (Diphtherie, Tetanus, Polio, Pneumokokken, Hepatitis A und B, Typhus, Grippe, Keuchhusten, Tollwut, Meningokokken). Andere Impfstoffe enthalten lebende Krankheitserreger, die unschädlich sind. Diese Impfstoffe (Röteln, Masern-Mumps, BCG (Tuberkulose), Windpocken, Gelbfieber) müssen sorgfältig überwacht werden und sind in bestimmten Situationen nicht empfohlen.
Die meisten Impfungen bekommen Sie bei Ihrem Hausarzt.
Es gibt drei Ausnahmen von dieser Regel: Gelbfieber, japanische Enzephalitis und Cholera. Diese Impfungen können nur in zugelassenen Impfzentren verabreicht werden.
Impfstoffe: Unerwünschte Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Impfstoffe können manchmal zu leichten, harmlosen Reaktionen führen. Rötungen, Schmerzen, lokale Reaktionen an der Injektionsstelle aber auch Fieberepisoden sind möglich. Lokale Infektionen oder Krämpfe aufgrund von hohem Fieber sind selten. Manchmal können Impfungen zu Gelenkschmerzen, Hautausschlag und zu Kopfschmerzen führen.
Diese geringfügigen Unannehmlichkeiten stehen in keinem Verhältnis zur Schwere der Krankheiten, an welchen man sich ohne entsprechende Impfung anstecken kann. Schwerere Unfälle durch Impfungen sind möglich aber sehr selten. Schwere Infektionen, allergische Schocks und Lähmungen wurden in Ausnahmefällen berichtet. Diese Zwischenfälle haben keinerlei Auswirkung auf die absolute Notwendigkeit einer entsprechenden Impfung vor Reiseantritt. Sie bedeuten vielmehr, dass bei einigen Personen entsprechende Vorkehrungsmassnahmen zu treffen sind.
Deshalb ist es sehr wichtig, auf die Kontraindikationen der Impfstoffe zu achten. Impfungen können auch bei einer Erkältung oder bei Fieber verabreicht werden. Bei bestimmten, schwereren Infektionen ist es lediglich erforderlich, dass die Impfung ein wenig später verabreicht wird (und dabei müssen ggf. auch die Reisepläne verschoben werden). Eine Schwangerschaft ist in Bezug auf eine Impfung ebenfalls bedenklich. Wenden Sie sich bezüglich möglicher Risiken an Ihren Arzt.
Wenn Sie Antikoagulationsmittel einnehmen, an einer Immuninsuffizienz oder an einer fortschreitenden neurologischen Störung leiden oder wenn Sie zu schweren allergischen Reaktionen neigen, wird Ihr Arzt Sie bestens in Bezug auf Vorkehrungsmassnahmen beraten oder Ihnen auch von bestimmten Impfungen abraten. Vor der Abreise muss er/sie Ihnen diesbezüglich eine Bescheinigung ausstellen, die diesen Umstand zwar enthält, in welcher jedoch keine Begründung dafür aufgeführt sein muss.
Die Reiseimpfungen
Es ist wichtig, dass Sie auf den empfohlenen Impfkalender gemäss den Gesundheitsrichtlinien in Ihrem Heimatland achten. Besuchen Sie regelmässig Ihren Arzt. Er unterstützt Sie bei der Aktualisierung Ihres Impfbuches.
Ein Reisender wird nahezu sämtlichen Infektionsrisiken seines Heimatlandes ausgesetzt. Es gibt aber auch spezifische Risiken im Zielland und Risiken in Bezug auf die geplante Reise.
Wenn Sie Ihre Reise planen, haben Sie auch die Möglichkeit, Ihren eigenen Impfstatus und den Ihrer Kinder zu prüfen und mit Ihrem Hausarzt abzugleichen. Zu diesem Zeitpunkt sind bestimmte Auffrischimpfungen möglich, ggf. sind auch zusätzliche Impfungen erforderlich. Machen Sie frühzeitig einen Termin bei Ihrem Arzt aus (mindestens zwei Monate vor der Abreise), denn die meisten Impfungen sind erst mehrere Wochen nach der Verabreichung wirksam und bei einigen sind über einen bestimmten Zeitraum mehrere Impfungen notwendig.
Notwendige Impfungen, empfohlene Impfungen
Stellen Sie sicher, dass Ihr Arzt und/oder die Gesundheitsbehörden vor Ort die erforderlichen Impfungen bis zur Abreise aus dem Herkunftsland überprüft haben. Die Anforderungen können abhängig von Ihrem Wohnsitz und Ihrem endgültigen Reiseziel leicht variieren.
Wenn Impfungen nicht obligatorisch sind, werden sie „empfohlen“. Diese Empfehlungen werden ausdrücklich nahegelegt. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die einzelnen Impfungen.
Gelbfieber: Unabhängig davon, ob diese Impfung obligatorisch ist oder nicht, wird sie ausdrücklich für alle Reisenden empfohlen, die West- und Zentralafrika oder die Amazonasregion bereisen möchten.
Polio: Überprüfen Sie mit Ihrem Arzt eine mögliche Auffrischimpfung. In vielen Ländern wird diese alle 10 Jahre empfohlen.
Tetanus: Überprüfung mit Ihrem Arzt. Auffrischimpfungen für Tetanus werden oft alle 10 Jahre verabreicht und sind selbst für jene wichtig, die nicht reisen.
Diphtherie: Überprüfung mit Ihrem Arzt. Die meisten Auffrischimpfungen erfolgen alle 10 Jahre.
Hepatitis A: Diese Impfung wird für Kinder empfohlen, die älter als ein Jahr sind und für Erwachsene, die jünger als 50 Jahre sind, wenn die Reise in ein Entwicklungsland geht. Erwachsene über 50 Jahre sollten vor einer Impfung ihren Blutzustand und ihr Immunsystem untersuchen lassen.
Hepatitis B: Empfohlen für alle Risikopersonen, medizinisches Personal und für jene, die lange Zeit in Entwicklungsländern verbringen müssen.
Typhus: Wird für alle Personen empfohlen, die einen langen Aufenthalt in Gebieten mit einem hohen Risiko planen oder verbringen (ländliches Indien, Afrika, Lateinamerika) und für Einwanderer, die ursprünglich aus diesen Ländern/Gebieten kommen und die dorthin zurückkehren, um Urlaub bei ihren Familien zu machen.
Hirnhautentzündung: Der A+C+Y+W135 Impfstoff wird für alle Personen empfohlen, die einen ausgedehnten Aufenthalt in Risikobereichen planen (Pilgerreise nach Mekka, Burkina Faso, Niger). Es steht auch ein A+C und eine besondere Anti-C-Impfstoff zur Verfügung.
Japanische Enzephalitis: Wird für jene Personen empfohlen, die länger als vier Wochen während Epidemieperioden in das ländliche Asien reisen.
Zeckenenzephalitis: Wird für alle empfohlen, die in Zeiten mit einem hohen Risiko (April – Oktober) nach Mittel- und Osteuropa und nach Eurasien reisen.
Tollwut: Dieser Impfstoff wird für alle Spaziergänger und Wanderer und für alle, die beruflich der Viruserkrankung ausgesetzt sind, empfohlen.
Eine Choleraimpfung wird fallspezifisch während Ihrem Besuch in einem zugelassenen Cholerazentrum beurteilt.

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