Vorsicht vor der Sonne!

Vorsicht vor der Sonne!

Wir alle brauchen die Sonne zum Leben. Sie trägt zu unserem seelischen Wohlbefinden bei (fungiert als Antidepressivum), hat eine positive Wirkung bei bestimmten Hauterkrankungen und stimuliert die Produktion von Vitamin D, das wesentlich für das Wachstum und für starke, gesunde Knochen bei Kindern ist.

Die Sonnenstrahlen können in sichtbare Strahlen (Sonnenlicht), in Infrarotstrahlen (die zur Wärmeempfindung führen) und in ultraviolette Strahlen (UV) herunter gebrochen werden.  UV-Strahlen, die unsichtbar sind und keine Wärme abgeben, werden teilweise von der Ozonschicht in der Atmosphäre gefiltert. Um sich selbst zu schützen, verstärkt die Haut den Aufbau von Melanin. Das ist ein Pigment, das in Hülle und Fülle in extrem sonnigen Ländern vorkommt und dort die Menschen vor den schädlichen Auswirkungen der Sonne schützt.

Wenn man sich allerdings übermässig der Sonne aussetzt, besteht auch bei natürlich pigmentierter Haut ein erhöhtes Risiko. Es gibt nur eine goldene Regel: Um Spass in der Sonne zu haben, muss die Haut geschützt werden!

Sonnenstrahlen bräunen die Haut und können sich auch auf die Augen auswirken! UV-Strahlen beschleunigen die Bildung von Linsentrübungen (die Augenlinse wird lichtundurchlässig). Dieselben UV-Strahlen greifen auch die Netzhaut an und können zur Degeneration der Makula (ein Bereich im Auge in der Nähe des Netzhautzentrums mit der schärfsten visuellen Wahrnehmung) führen.

Deshalb ist es wichtig, dass selbst jene, die das Sonnenlicht sehr gut vertragen, eine hochqualitative Sonnenbrille tragen. Die Augen schützen sich zwar selbst vor übermässigem, intensivem Licht, indem die Grösse der Pupillenöffnung reduziert wird. Wenn Sie aber eine Sonnenbrille mit schlechter Qualität tragen, führt das dazu, dass sich die Pupillen öffnen, so dass somit viel mehr schädliche UV-Strahlen durchdringen können. Das führt natürlich genau zu einem gegenteiligen Effekt. Die Gläser der Sonnenbrille sollten demnach mindestens 90% der UVA-Strahlen und 95% der UVB-Strahlen blockieren. Seit 1995 wird die Filterqualität über Europäische Standards festgelegt: Allgemein werden CE3 oder CE4 Qualitätsfilter empfohlen. Wenden Sie sich bezüglich der in Ihrem Land gültigen Standards an Ihren Optiker oder Apotheker. Die Grösse der Sonnenbrille sollte auf die Grösse und Form Ihres Gesichtes abgestimmt sein. Sie sollte so gross sein, dass auch die Augenränder geschützt werden. Qualität geht meist nicht einher mit billig, deshalb planen Sie am besten einen gewissen Betrag für eine hochwertige Sonnenbrille ein.

Da bei Kindern die Augenlinse noch nicht vollständig entwickelt ist, sind hier diese Vorsichtsmassnahmen besonders wichtig. Und denken Sie daran, dass Babys und kleine Kinder niemals direkt der Sonne ausgesetzt werden sollten.

Achtung: „Eine gute Sonnenbrille“ führt nicht unbedingt auch zu Sichtbarkeit beim Fahren eines Fahrzeugs.

  • Sonnenbrand
    Die erste Stufe des Sonnenbrandes manifestiert sich durch Rötungen (Erythem), die dann dunkler und schmerzhaft werden können. Die zweite Stufe eines Sonnenbrandes manifestiert sich durch die Bläschenbildung der Haut. Sonnenbrände kommen häufiger in den Tropen, in der Wüste oder in Höhenlagen auch bei Bewölkung vor. Man muss also auch vor Sonnenstrahlen achtgeben, die vom Schnee oder Wasser (zum Beispiel beim Segeln) reflektiert werden und in der wärmsten Zeit von mittags bis 16 Uhr die Sonne meiden. Eine frühzeitige Hautalterung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit einer übermässigen und nicht ausreichend geschützten Sonnenaussetzung. Die Haut kann anschwellen und sich an den Wangen und am Hals  gelb verfärben, sie kann am Handrücken und am Unterarm ausdünnen und fragil werden. Dabei kommt es zum Auftreten von Falten und braunen Flecken. Bei einem Sonnenbrand müssen Sie sich mit einem Sonnenblocker mit maximalem Schutzfaktor schützen. Vermeiden Sie wenn möglich mehrere Tage direktes Sonnenlicht. Verwenden Sie feuchtigkeitspendende Cremes und feuchtigkeitsspendende After Sun Lotionen. Wenn Sie schon einen Sonnenbrand haben, kratzen Sie nicht die Bläschen auf, sondern bedecken Sie diese mit einem sterilen Verband und nehmen Sie ein Schmerzmittel ein (wie z. B. Paracetamol). Wenn das Brennen sehr stark ist (grossflächiger Sonnenbrand, die Haut fühlt sich an wie Pappe, zahlreiche Bläschen, veränderter Allgemeinzustand) oder wenn nach 48 Stunden keine Verbesserung eintritt, wenden Sie sich unverzüglich an einen Arzt.

  • Sonnenstich
    Oft wird zu nachlässig mit einem Sonnenstich umgegangen. Er kann zu Übelkeit, Fieber, Müdigkeit, Atemwegsproblemen, Kopfschmerzen, Schwindel, Schwindelgefühlen, Schwindelanfällen und zu Krämpfen führen. Ein Sonnenstich steht meist in enger Verbindung mit einem gewissen Dehydrierungsgrad, der mit einer zu langen Sonnenaussetzung in Zusammenhang steht. Wenn Sie einen Sonnenstich haben, bleiben Sie in einem dunklen Raum, bedecken Sie Ihre Augen mit einer kalten Kompresse, trinken Sie viel Wasser und nehmen Sie Aspirin ein.

  • Allergische Reaktionen auf die Sonne
    Eine ‚Sonnenallergie’ gibt es eigentlich nicht. Man spricht hier eher von einer durch UV-Licht provozierten Dermatose. Im engeren Sinne handelt es sich bei dieser Hauterkrankung um Lichtdermatosen, die auf einer Intoleranzreaktion beruhen und nur in speziellen Fällen durch allergische Reaktionen verursacht werden.

    Bei dieser Erkrankung kommt es bei der Haut, die der Sonne ausgesetzt wurde, zur Bildung von kleinen Pickeln und roten Flecken, die normalerweise am Brustkorb, am Hals, an den Unterarmen, Schultern und am Spann auftreten. Die Lichtallergie ist harmlos, kann aber auch zu einem unangenehmen Juckreiz führen, der manche Personen auch vom Schlaf abhalten kann. Dieses Symptom verschwindet normalerweise 8 Tage nach der Aussetzung – eine Bräune, auch eine leichte, kann hier schützend wirken. Alle Symptome verschwinden vollständig nach 10-15 Tagen. Der beste Schutz gegen eine Lichtallergie ist der Aufenthalt im Schatten. Das Hauptrisiko ist dabei, dass sich jedes Mal, wenn Sie sich in der Sonne aufhalten, dieselben Symptome manifestieren (Ausbrüche, rote Flecken und Juckreiz).

  • Melanome
    Diese gefährliche Form des Hautkrebses ist in zunehmendem Masse direkt auf eine ungeschützte Sonnenaussetzung zurückzuführen. Sie manifestiert sich insbesondere bei Personen mit heller, kaum pigmentierter Haut. Wenn Sie ein Muttermal oder Schönheitsflecken haben, die sich in Form und Farbe verändern, sich vergrössern, regelmässig bluten oder jucken oder wenn an dieser Stelle die Haare ausgehen, ist unverzüglich ein Hautarzt aufzusuchen. Nur er/sie kann Sie beruhigen und den verdächtigen Fleck bei Bedarf chirurgisch entfernen.

Viele Medikamente, Kosmetika und Parfüme vertragen sich nicht mit der Sonne. Viele Langzeitbehandlungen (insbesondere Antibiotika) sind lichtempfindlich. Wenn ein Organismus, in dem bestimmte medizinische Moleküle zirkulieren, den UV-Strahlen ausgesetzt wird, kann dies zur Bildung von giftigen oder allergieauslösende Substanzen führen. Diese Reaktionen können sehr schwer sein und ggf. auch die Beendigung der gesamten Behandlung oder die Vermeidung der Sonne mit sich bringen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über dieses Problem, so dass Sie über eine mögliche Photosensibilität im Rahmen Ihrer persönlichen medizinischen Behandlung Bescheid wissen.

Wenn Sie Ihre Behandlung durchführen, müssen Sie sich selbstverständlich vor der Sonne schützen. Allein schon eine leichte Aussetzung der Brust oder der Hände kann zu einer solchen Reaktion führen.

Wenden Sie sich bei Fragen ruhig an Ihren Arzt. Er/sie kann Sie bezüglich einer Aussetzung oder Änderung Ihrer Verschreibung beraten und diese mit etwas ersetzen, das kein Risiko für eine Photosensibilität darstellt.

Um die Sonne völlig sicher zu geniessen, halten Sie sich am besten an die folgenden praktischen Hinweise:

  • Messen Sie die Stärke des Sonnenlichts in Bezug auf den Breitengrad (die Sonne ist in den Tropen viel intensiver), die Höhe (der UV-Index steigt mit steigender Höhe an), die Zeit (zwischen Mittag und 19 Uhr sind die Strahlen senkrecht und deshalb aggressiver) und die Jahreszeit (die Sonne ist im Sommer intensiver als im Winter).

  • Ergreifen Sie einfache aber effiziente Massnahmen: Suchen Sie in den Spitzenzeiten Schutz, tragen Sie Kleidung, die Ihre Haut schützt und bleiben Sie im Schatten.

  • Schutz gegen Sonnenbrand mit einer gut auf Ihren Hauttyp abgestimmten Sonnencreme. Denken Sie daran, die Bereiche abzudecken, die normalerweise geschützt sind wie z. B. Ihre Füsse. Tragen Sie die Sonnencreme abhängig von der Sonnenintensität und der Sonnenempfindlichkeit Ihrer Haut und immer nach dem Baden neu auf.  Obwohl Hüte einen guten Schutz bieten, tragen Sie am besten auch einen Sonnenblocker auf Ihrer Nase und auf den Lippen auf.

  • Kinder und Erwachsene mit heller und zarter Haut müssen besonders bei der ersten Sonnenaussetzung wachsam sein, da diese einen schweren Sonnenbrand zur Folge haben kann. Tragen Sie Hüte und die richtige Schutzkleidung.

  • Denken Sie auch daran, Ihre Augen mit einer hochqualitativen Sonnenbrille mit hohem Filter zu schützen.

  • Wenn während Ihrer Reise Probleme auftreten, warten Sie nicht, bis Sie wieder zu Hause sind und sich an Ihren Arzt wenden können. Der zuständige Arzt Ihrer Assistance-Versicherungsgesellschaft steht Ihnen für die Besprechung von Fragen oder Zweifeln zu Ihrem Gesundheitszustand zur Verfügung. Er/sie kann Sie sinnvoll beraten, Ihren Hausarzt kontaktieren und egal wo Sie sind, eine Beratung organisieren.